Erste Frachtschiff-Serie wird mit SkySails ausgerüstet

Die „Theseus“ ist eines von drei neuen im Auftrag der Reederei Wessels auf der slowakischen Komarno-Werft gebauten Schiffen des Typs „Rhein“. Bei der Theseus handelt es sich damit um den gleichen Schiffstyp wie die „Michael A.“. Sie ist 90m lang und verfügt über eine Tragfähigkeit von ca. 3.700 Tonnen sowie einen MaK-Hauptantrieb mit einer Leistung von 1.500 kW. Wie auf der „Michael A.“ wird auch die Hauptmaschine der „Theseus“ von einem 160m² großen SkySails-Antrieb entlastet.

Anfang August erfolgte am SkySails-Produktionsstandort Wismar die abschließende Installation und Inbetriebnahme des Zugdrachenantriebs auf der „Theseus“. Zuvor wurde der SkySails-Antrieb auf der 133m langen „Beluga SkySails“ und der 90m langen „Michael A.“ eineinhalb Jahre lang erprobt.

„Die Ergebnisse der Piloterprobung sind sehr viel versprechend“, so Gerd Wessels, Geschäftsführer der Reederei Wessels aus Haren an der Ems, „bei gutem Wind haben wir mit dem SkySails-Antrieb auf der „Michael A.“ eine Zugkraft von bis zu 8 Tonnen erreicht.“ Zum Vergleich: Für die volle Fahrtgeschwindigkeit benötigt die „Theseus“ etwa 11 Tonnen Schub.

An Bord hat sich der SkySails-Antrieb optimal in den Schiffsbetrieb integriert. So konnte er ohne großen Aufwand auf den Schiffen installiert werden. Auch hat sich bestätigt, dass Schiffe unter Einsatz des SkySails-Antriebs manövrierfähig bleiben. Ebenso bestätigte sich, dass die bestehende Mannschaft zur Bedienung des Systems ausreichend sein wird und das Bedienungskonzept aufgeht.
Die Erfahrungen von Reederei, Mannschaft und SkySails-Ingenieuren aus dem SkySails-Betrieb an Bord mit seinen unzähligen Starts- und Landungen flossen parallel in die Produktentwicklung von SkySails ein. „Die hohe See hat uns so manche Lektion gelehrt“, so Stephan Wrage, Gründer und Geschäftsführer von SkySails, „von den geplanten Einsatzzeiten waren wir in der ersten Phase der Piloterprobung weit entfernt.“ „Die Gründe hierfür lagen im Wesentlichen an den eingeschränkten Startmöglichkeiten bei schwerem Seegang und im Bereich der Dauerfestigkeit einiger Komponenten unter den rauen Bedingungen auf See“, fasst Reeder Wessels zusammen.

Als Lösung stellte SkySails sein Anlagenkonzept um und entwickelte das sogenannte „SAM“, ein integriertes Start- und Landemodul, in dem bis auf die Zugseilwinde alle Vorschiff-Komponenten des SkySails-Systems vor der Gewalt der Wellen geschützt untergebracht sind. Dies führt zu einer erheblichen Verbesserung der Dauerfestigkeit der Systemkomponenten. Zusätzlich verfügt das „SAM“ jetzt über einen Seegangsausgleich, der verhindert, dass sich die Schiffsbewegungen während des Starts auf den Zugdrachen übertragen. Auf diese Weise konnte die Startfähigkeit des SkySails-Systems bei schwerem Seegang deutlich verbessert werden.

In der Praxis stellte sich heraus, dass das Modul-Konzept noch weitere bedeutende Vorteile mit sich bringt. So konnte die Installation vereinfacht und verkürzt werden, weil nun die meisten Komponenten des Systems bereits im Werk im Modul vormontiert und getestet werden können. Auch die Bedienung des Systems für die Mannschaft hat sich vereinfacht. Das Modul-Konzept hat sich im Rahmen der Praxistests als derart vorteilhaft erwiesen, dass in Zukunft alle Schiffe damit ausgerüstet werden sollen.
Im Rahmen der weiteren Produktentwicklung fokussiert SkySails zurzeit auf die Optimierung der Systemleistung und die Entwicklung des nächst größeren SkySails-Antriebs. Das SKS C 320 wird über einen ca. 300m² großen Zugdrachen verfügen und bei gutem Wind eine Zugkraft von 16 Tonnen erzeugen und damit helfen doppelt so viel Treibstoff einzusparen wie ein SKS C 160. Ende dieses Jahres wird die „Beluga SkySails“ als erstes Schiff mit dem sogenannten SKS C 320 ausgerüstet, das ebenfalls auf dem neuen Modul-Konzept basiert.

Parallel arbeitet SkySails mit Hochdruck am Ausbau der Produktion. Für den weltweiten Vertrieb und Service des SkySails-Antriebs gründete SkySails Anfang 2009 zusammen mit dem traditionsreichen Zeppelin-Konzern das gemeinsame Unternehmen „Zeppelin SkySails Sales & Service“, welches im März dieses Jahres den Betrieb aufnahm. Über das bestehende Servicenetz des renommierten Schiffsmotorenanbieters Zeppelin Power Systems können weltweit alle SkySails-Systeme gewartet und schnell mit Ersatzteilen versorgt werden.
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